Indien gilt vielen hierzulande als Inbegriff der Exotik, als Land der spirituellen Sehnsucht, in dem noch Geister leben und Mystik den Alltag bestimmt und - abgesehen von dem Kastenwesen, den permanenten Vergewaltigungen und der Unterdrückung der Frauen - eine ungemeine Kulturvielfalt herrscht, die unterschiedliche Religionen und Kunstrichtungen hervorgebracht hat. Regisseur Simon Busch hat mit seinem Kameramann Alexander Sass das Land mehrere Monate durchstreift und Land und Leute beobachtet ...

Eine Dokumentation über Indien, seine Bewohner, Natur und Kultur sollte es werden. Doch wirklich viel erfahren wird der geneigte Zuschauer hier nicht - außer, dass beim traditionellen Kumbh-Mela-Fest 35 Millionen Pilger im Ganges baden. Eine Bilderflut (völlig unnötig in 3D), die zudem den Süden des Subkontinents komplett ausklammert, sich in hinlänglich bekannten Motiven erschöpft und nur selten wirklich Interessantes zu bieten hat, wie etwa die öffentliche Verbrennung von Leichnamen. Die mutet für abendländische Gemüter seltsam an, da später die Reste mit Arm- und Beinstümpfen zusammengekehrt werden.



Foto: Busch Media Group