Es ist die hinlängliche bekannte Geschichte vom Gelehrten Faust, der sich vom Teufel hat verleiten lassen und für irdische Gelüste seine Seele verkauft ...

Zweifellos gehört Goethes Werk zu den großen Klassikern der Literatur. Der russische Ausnahme-Regisseur Alexander Sokurow nahm sich den Stoff vor, um ihn frei zu interpretieren. Das Ergebnis: ein 10 Millionen Euro teures Bild gewaltiges, oft gar verstörendes Werk, das die Geschichte nicht unbedingt neu, aber eigenwillig wiedergibt. Sokurow erhielt dafür 2011 in Venedig den Goldenen Löwen. Er drehte in Deutsch mit deutschsprachigen und russischen Schauspielern wie etwa Johannes Zeiler (vom Wiener Schauspielhaus) als Faust, Isolda Dychauk (die schon die Lucrezia Borgia in dem TV-Mehrteiler "Borgia (1)" spielte) als Gretchen und Anton Adassinsky (vom Derevo-Theater) als Pfandleiher bzw. Mephisto. Sokurow versteht dieses Werk als Abschluss einer Tetralogie, die er 1999 mit "Moloch" begann und mit "Stier" und "Sonne" fortsetzte. Neben diversen Theaterverfilmungen bzw. Aufzeichnungen (die bekanntesten sind wohl Peter Gorskis Version von Faust mit Gustaf Gründgens und die jüngere Version von Peter Stein mit Bruno Ganz) war lediglich Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm "Faust - Eine deutsche Volkssage" eine freie Bearbeitung des Klassikers. Die tollen Bilder lieferte Bruno Delbonnel, der schon für Filme wie etwa "Die fabelhafte Welt der Amélie" verantwortlich zeichnete.



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