Die Biografie des armen Bauernsohns ist gespickt mit Superlativen: Bereits als 21-Jähriger gewann er auf Anhieb den Giro d'Italia; sein Stundenweltrekord von beinahe 46 Kilometer sollte mehr als 30 Jahre Bestand haben. Den ersten von zwei Tour-de-France-Siegen holte er mit einem sensationellen Vorsprung von fast 29 Minuten. Seine Überlegenheit von 1952 war so groß, dass die Tour-Organisatoren ihm den Start im darauf folgenden Jahr verweigerten...

Für viele Insider gebührt Fausto Coppi der Titel "Größter Fahrradchampion aller Zeiten". Coppi steht für eine andere Dimension des Sports im allgemeinen und des Radrennsports im besonderen: Er spiegelt mit seiner Karriere die Gesellschaft und die Geschichte wider. Er ist auch das Symbol eines durch den Sport vereinten Europas, das entstand, lange bevor der Europagedanke in der Politik der Staaten Gestalt annahm. Doch seine Karriere wird von den Kriegsereignissen jäh unterbrochen. Er wird eingezogen, nach Afrika geschickt und gerät in englische Gefangenschaft. 1945 fängt er noch einmal von ganz vorne an: Er ist mittlerweile 26 Jahre alt, doch und mit einem schier unglaublichen Talent zum Radfahren gesegnet und angetrieben von dem Wunsch, die verlorene Zeit einzuholen und zu siegen. Und das tat er, besser denn je. Gezeigt werden Archivaufnahmen, auch bisher unveröffentlichte und von Faustino Coppi selbst aufbewahrte "Familienfilme" mit dem großen Champion und seinesgleichen, von Bartali über Kubler und Van Steenbergen bis Bobet, mit Stars und normalen Menschen, mit Politikern, mit Filmen und Liedern, die eine Geschichte Italiens und Europas erzählen.