Der Student Hartmut Rosinger glaubt in der DDR an den sozialistischen Weg und versucht, kritisch eingestellte Jugendliche vom Sozialismus zu überzeugen. Dabei trifft er auf Peter Wulkau, der zu viele Fragen gestellt hat und exmatrikuliert wurde, aber weiter öffentlich seine Meinung äußert. Rosinger wird von der Stasi angeworben und auf den aufmüpfigen jungen Mann angesetzt, der heimlich einen sozialismuskritischen Roman verfasst. Rosinger soll sich näher mit dem "Feind" anfreunden und berichtet fortan als IM "Hans Kramer" über Peter Wulkau - mit fatalen Folgen. Als Wulkau ins Gefängnis kommt, seine Familie zerbricht und der DDR-Apparat in voller Härte zuschlägt, versucht Rosinger Schadensbegrenzung. Aber es ist bereits zu spät, und auch er gerät in die Maschinerie der Staatssicherheit. 30 Jahre später treffen sich die beiden wieder und trauen sich, einen aufrichtigen Blick in das wahre Leben des anderen zu werfen.

"Feindberührung" zeigt die seltene Begegnung von Täter und Opfer als Chance einer ehrlichen Auseinandersetzung. Heike Bachelier erzählt in ihrem Debütfilm eine exemplarische Geschichte aus der DDR-Diktatur, eine Geschichte über Freundschaft und Verrat, Schuld und Vergebung. Ihr Film wird zu einem Zeugnis über einen Staat, der seine Bürger dazu benutzte, sich auszuspionieren. Eine Zeit wird lebendig, in der das Ministerium für Staatssicherheit sein IM-Netz in jedem Winkel der sozialistischen Gesellschaft knüpfte und menschliche Gefühle missbrauchte, um die DDR zu kontrollieren. Die Aufzeichnungen in den Akten der Stasi und die emotionale Begegnung der beiden Männer fügen sich zu einer ambivalenten Erzählung aus verschiedenen Perspektiven.

Foto: ZDF/Olaf Hirschberg