IRA-Mitglied Leo hat wegen Mordes 14 Jahre hinter Gittern abgesessen. Als er wieder in seine Heimatstadt West-Belfast zurückkehrt, fühlt er sich wie im falschen Film: Wo bleibt der Respekt, den alle Bürger ihm seinerzeit schenkten, als er alles für den Kampf um seine Nation opferte? Schnell bemerkt er, daß sich die Dinge in den letzten 14 Jahren geändert haben und er schon längst als Nationalheld vergessen wurde. Seine Familie schämt sich seiner Taten, vergibt Leo aber gleichzeitig. Enttäuschend auch die Begegnung mit seinen früheren Mitstreitern: Sie bringen ihm nicht den Respekt entgegen, den er verlangt. Als er seine alte Jugendliebe Roisin wiedersieht, wird er nochmals enttäuscht. Die ist inzwischen verheiratet und hat Kinder. Als die beiden versuchen, ihre alte Liebe wieder aufzufrischen, müssen sie feststellen, daß für sie der Zug endgültig abgefahren ist. In seiner Frustration läuft Leo Amok...

In seinem Drama, einer der vielen Nordirland-Filme der letzten Jahre, beschäftigt sich Tim Fywell, der schon für seine Regiearbeit bei den Barbara Vine-Krimiserien "A Fatal Inversion" und "A Dark Adapted Eye" hochgelobt wurde, mit einem sehr dichten und komplexen Thema. Das 1996 mit dem internationalen Fernsehpreis FIPA d'or ausgezeichnete Werk liefert eine irritierende Sichtweise des heutigen Irland, das sich noch immer zwischen Krieg und Frieden, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit bewegt.