Ein herrlicher Sommertag in der Uckermark: In einem abgelegenen, von Wald umgebenen Landhaus lebt Anna mit ihrem Mann Robert und ihrem Sohn Max. Die Familie erwartet Gäste, Laura, Annas Tochter aus erster Ehe, reist mit ihrem Freund Paul und ihren Kindern aus Berlin an, um hier sorglos ihre Ferien zu verbringen. Doch schon nach kurzer Zeit platzt die Nachricht von der schweren Erkrankung von Annas Mutter in die scheinbar friedliche Runde. Kurzerhand holt man Oma, um diese im Haus zu pflegen. Als dann auch noch Annas Schwester Sophie auftaucht, wird die Brüchigkeit der Familie immer deutlicher ...

Der deutsch-türkische Regisseur Thomas Arslan, der mit seiner Multikulti-Berlin-Trilogie ("Geschwister - Kardesler", "Dealer" und "Der schöne Tag") bekannt wurde, zeigt in seinem betont ruhig und minimalistisch inszenierten Drama die schwelenden Konflikte innerhalb einer Familie, die an einem isolierten Ort auszubrechen drohen. Diese Situation wird immer wieder von wunderbaren Natur- und Landschaftsaufnahmen durchbrochen, die den Eindruck des Zuschauers verstärken, dass in "Ferien" jeder Protagonist nur mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist, ohne sich seinem Nächsten zu öffnen. Kameramann Michael Wiesweg ("Blondine sucht Millionär fürs Leben", "Die Westentaschenvenus"), der mit Arslan bereits dessen Trilogie verwirklichte, betont diese innere Zerissenheit und Sprachlosigkeit mit eindringlichen Bildern, die sich viel Zeit lassen, groß angelegte Schwenks sind die Ausnahme, meist verharrt die Kamera starr auf einem Ausschnitt, folgt noch nicht einmal den Protagonisten, die sich aus dem Bild bewegen. Getragen wird dies von einer hervorragend aufgelegten Darstellercrew, aus der Angela Winkler - die übrigens aus der Uckermark stammt - in der Rolle der Anna mit ihrer besonderen Leidensfähigkeit herausragt. Ein Film, auf den man sich entweder einlässt oder nach kurzer Zeit gelangweilt das Kino verlässt.

Foto: Peripher