1951 zog die seinerzeit 25-jährige Vivian Maier von Frankreich nach New York, um dort fort als Tagesmutter zu arbeiten. Dass ihr Aufenthalt 40 Jahre dauern würde, hat sie damals nicht geahnt. Doch die junge Frau pflegte auch stets ihr großes Hobby: mit der Fotokamera durch die Straßen ziehen und Bilder schießen. Die begeisterte Amateurfotografin unternahm auch Streifzüge durch weniger privilegierte Viertel und bannte Szenen mit ihrer Kamera, die heute als unvergleichliche Zeitdokumente gelten. Das Seltsame: die exzentrische Vivian Maer hat ihre Leidenschaft nie mit jemandem geteilt. Erst Jahrzehnte später entdeckte der Filmemacher John Maloof ihre bemerkenswerten Arbeiten zufällig bei einer Auktion. Begeistert von den brillanten Fotos (die meisten waren nicht einmal entwickelt), die den Alltag ganz normaler Großstadtmenschen in New York und Chicago dokumentieren, machte sich Maloof gemeinsam mit Charlie Siskel auf die Suche nach dem Mysterium Vivian Maier ...

Dem Filmteam gelang ein überaus packende Spurensuche, die sie mehr und mehr zu dem faszinierenden Porträt einer ungewöhnlichen Frau verdichten. Spannend wie in einer starken Kriminalgeschichte werden hier Lebensstationen der mysteriösen wie eigenwilligen und genialen Hobby-Fotografin erzählt, deren Werke erst nach ihrem Tod im Jahr 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Tolle Fotografien wurden hier mit geheimnisvollen Lebensumständen verbunden. Stark!



Foto: Vivian Maier/Maloof Collection