Fußpfleger Claude hat eine merkwürdige Vorliebe: Jedes Mal, wenn er seiner Kundin Frau Sandberg, die in einem Altersheim lebt, die Füße pflegt, sammelt er die geraspelte Hornhaut, um diese in Keksen zu verarbeiten. Und auch Polizist Tom, der sich von Claude bei einer Verkehrskontrolle mit Fußpflegemitteln bestechen lässt, hat ein besonderes Hobby: In seiner Freizeit schlüpft er regelmäßig in ein Bärenkostüm, ein Hobby, dass seine Freundin Franziska, die von ihrem Leben als Dokumentarfilmerin gefrustet ist, überhaupt nicht verstehen kann. Indes ist eine Schülergruppe zu einem Besuch in einem Konzentrationslager unterwegs. Unter ihnen auch der verträumte Dominik mit seiner Freundin Natalie. Als diese sich auf einer Raststätte von einem anderen küssen lässt, ist dies der Beginn von verhängnisvollen Ereignissen …

Die aus Hamburg stammende Regisseurin und Drehbuchautorin Frauke Finsterwalder legte mit diesem skurrilen wie bizarren Mix aus Komödie, Drama und Episodenfilm, der zunächst ein wenig unüberschaubar daher kommt, ihr Langfilm-Debüt vor. Nach dem Drehbuch, dass sie mit ihrem Ehemann, dem Schweizer Schriftsteller und Journalisten Christian Kracht verfasste, taucht Finsterwalder in die Lebenswelten ihrer äußerst unterschiedlichen Protagonisten ein, die erst einmal nicht viel miteinander zu tun zu haben scheinen. Erst allmählich wird klar, was sie verbindet. Die Regisseurin erzählt das mitunter witzig, dann aber auch wieder traurig und schockierend, um schließlich ein bitteres Finale zu präsentieren. Großer Pluspunkt: die durchgehend gut aufgelegten Darsteller, darunter die Schweizerin Carla Juri ("Feuchtgebiete") als Schülerin Natalie und der polnische Nachwuchsdarsteller Jakub Gierszal als gnadenloser wie versnobter Mitschüler Maximilian. Sandra Hüller wurde für ihr gelungenes Spiel als Dokumentarfilmerin Franziska mit dem Deutschen Filmpreis 2014 als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.



Foto: Alamode/Markus Förderer