"Ich hab in meinem Leben so viel gevögelt, mit Menschen, wo ich noch nicht mal den Namen wusste. Das war nichts Besonderes, das war schön in dem Moment. Es war auch interessant und alles wunderbar. Aber da ist nichts Heiliges dabei." Ein Zitat der Domina Lady Tara, die mit drei weiteren Frauen ein Wohnbordell im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses in Frankfurt federführend betreibt. Ihr Leben spielt sich in zwei Schichten in der Wohnung ab, nur am Sonntag haben alle frei.

Dokumentarfilmerin Eva Heldmann ("fremd gehen. Gespräche mit meiner Freundin") hat die ungewöhnliche Bordell-WG, die auch in jeder anderen deutschen Stadt zu finden sein dürfte, genauer angeschaut. Im Gespräch mit den Protagonistinnen zeigt die Filmemacherin auf, aus welchem Grund die Frauen ihren Körper verkaufen, welche Wünsche die Kunden haben und wie die Frauen mit diesen umgehen. Dabei setzt Heldmann nicht auf vordergründige Sexszenen, vielmehr beschränkt sie sich zum größten Teil auf den Aufenthalt in der Küche, zu der Kunden keinen Zutritt haben. Die Küche ist der Pausenraum und Treffpunkt der Frauen, in dem sie privates austauschen, rauchen oder auch schon mal ein Buch lesen, wenn sie auf Kunden warten. Heldmann gelang ein ungeschminktes Porträt der vier Liebesdienerinnen, doch wer soll sich das im Kino anschauen?

Foto: GMfilms