Es gibt kaum ein wichtiges Museum der Gegenwartskunst, das nicht wenigstens eine Arbeit von ihm präsentiert: Ilja Jossifowitsch Kabakow, kurz Ilya Kabakov, 1933 im heute ukrainischen Dnepropetrowsk geboren und seit den Siebzigerjahren er führender Kopf des Moskauer Konzeptualismus. 1988 aus der damaligen UdSSR emigriert, lebt Kabakov heute mit seiner Frau Emilia als Künstlerpaar in New York. Kabakov wurde besonders durch seine Installationen bekannt, ungewöhnlich auch die Vielzahl von Fliegen und Engeln, die sein Werk bevölkern. In Deutschland wurde der Künstler besonders mit seiner begehbaren Dauerausstellung "ww.industriedenkmal-stiftung.de/docs/9902313231516_de.php Palast der Projekte" in der Essener Zeche Zollverein bekannt. Kabakov gilt als einer der letzten großen Utopisten, der mit desillusioniertem Blick auf das 20. Jahrhundert und dessen Trümmer schaut und dennoch auch in Zeiten der pessimistischen Stagnation mit menschlicher Wärme und einer ausgeprägten Einbildungskraft in der Lage ist, sich und damit uns andere Welten vorzustellen.

Das Filmemacher-Duo Niels Bolbrinker und Dr. Kerstin Stutterheim erzählen nicht die Geschichte dieses großen Künstlers, sondern auch die Geschichten, die hinter seinen Werken zum Vorschein kommen.So verknüpfen sie die Kunsträume des Kabakovschen Universums mit Bildern aus dem Alltag, spüren der Wirklichkeit nach, aus der heraus die Arbeiten entwickelt wurden. Dabei kommen auch Ilya und seine Frau Emilia in Interviews und Gesprächen zu Wort und geben so einen Einblick in die Zusammenhänge von Biographie und künstlerischer Arbeit, verbinden Privates mit Politischem.

Foto: Niels Bolbrinker