Sandra Marshall taucht nach dem plötzlichen Tod ihres heimlich angetrauten Mannes James Demarest auf dessen Familiensitz auf und präsentiert sich seinen überraschten Angehörigen als trauernde Witwe. Obwohl sie offen zugibt, die Ehe mit dem Verschiedenen nur eingegangen zu sein, um ihr den Zugang zu seinem Erbe zu erleichtern, das der gestrenge Onkel Mark Caldwell als sein Vormund verwaltet, bleibt der Familien-Clan misstrauisch. Vor allem Mark Caldwell, ein angesehener Wissenschaftler, der auf dem riesigen Anwesen ein geheimes Laboratorium betreibt und Sandra für eine geldgierige Betrügerin hält, sucht die Neugier der Amateur-Detektivin immer wieder zu bremsen. Doch Sandra findet Unterstützung bei ihrer neurotischen Schwägerin Julie und entdeckt schließlich, dass ihr toter Mann James noch lebt und in Wahrheit ein geisteskranker, gewalttätiger Mörder ist, der in einem abgelegenen Flügel der Villa unter Aufsicht steht. James ist das Opfer einer väterlichen Erbkrankheit, die auch seine Schwester in den Tod treibt. Sein Onkel, Mark Caldwell, aber entpuppt sich als selbstloser Familienhüter, der mit Rücksicht auf die politische Karriere von Senator Caldwell den Fluch des Wahnsinns, mit dem die Familie geschlagen ist, zu verheimlichen sucht, um die Seinen vor einem öffentlichen Skandal zu bewahren.

Der Thriller von Peter Godfrey, eine Mischung aus Sartres "Die Eingeschlossenen von Altona" und Daphne du Mauriers "Rebecca", nutzt geschickt seinen Hauptschauplatz, ein geheimnisvolles, weitläufiges Haus mit vielen Treppen, dunklen Gängen und verschlossenen Türen und zeigt eine Barbara Stanwyck in "Rebecca"-Nöten. Mit einer ganzen Serie sportiver Ritte und Kletterpartien absolviert sie eine der körperlich anstrengendsten und aktivsten Rollen ihrer Laufbahn: Sie musste über Zäune steigen, sich in Speiseaufzüge zwängen, auf Hausgiebeln balancieren und durch Dachfenster klettern. Barbara Stanwycks Aktivitäten begegnet Errol Flynn, sonst eher der Hollywood-Draufgänger par excellence, mit ungewohnter Zurückhaltung - ein Kontrast, der ganz gut funktioniert.

Foto: ARD/Degeto