Während der Besetzung Weissrusslands durch deutsche Truppen verliebt sich in einem kleinen Dorf der dort stationierte SS-Soldat Franz in die schöne Polina. Die Tage vergehen, Franz nähert sich Polina, indem er ihr beim Haushalt hilft, während seine Kameraden die Ruhe und die spätsommerliche Langsamkeit genießen. Doch die Realität des Krieges macht auch vor dem Dorf nicht halt, denn die Soldaten beginnen eines Tages ohne Vorwarnung, alle Bewohner zu ermorden. Franz soll Polina vergewaltigen und dann erschießen. Der aber weigert sich und flieht mit ihr...

Theater- und Videoclip-Regisseur Mikhail Segal drehte diesen Mix aus Liebesgeschichte und Kriegsfilm nach der Novelle "Der Stumme", das letzte Werk des großen weissrussischen Schriftstellers Ales Adamowitch (1927-1994). Zunächst ergeht sich das Drama in wunderbaren Landschaftsaufnahmen, um dann plötzlich das ganze Grauen des Krieges bei der Vernichtung des Dorfes zu zeigen. In der Rolle des Franz überzeugt der deutsche Charakterdarsteller Adrian Topol, der bereits in "Die Kinder der Flucht - Eine Liebe an der Oder" (2006) einen Polen spielte, der sich in eine Deutsche verliebt. Hier ist er nun der deutsche Soldat, der sich in die schöne Weissrussin alias Swetlana Iwanowa verguckt. Die beiden Hauptdarsteller tragen mit ihrem differenzierten Spiel - etwa während der Flucht-, dazu bei, dass Segals Regiedebüt nicht zur verkitschten "Romeo und Julia"-Variante verkommt, denn über die Mechanismen des Krieges hat der Regisseur nicht viel zu sagen.

Foto: Za Film