Komponistin Camille lebt mit dem deutschen Grizzly-Forscher Lawrence einen Sommer lang in den französischen Alpen. Während Lawrence nahe der italienischen Grenze Wölfe beobachtet, sitzt Camille an ihrem Keyboard und sucht musikalische Inspiration für eine Seifenoper. Da passiert etwas Ungeheuerliches, das uralten Aberglauben wieder lebendig werden lässt: Ein riesiger Wolf, nein, ein Wolfsmensch, so sagen die Leute, zieht bei Einbruch der Nacht mordend durch die Dörfer, reißt Schafe und hat in der letzten Nacht die Bäuerin Suzanne getötet. Verzweifelt über die Gleichgültigkeit der Polizei, machen sich Suzannes halbwüchsiger Sohn und ihr wortkarger alter Schäfer in einem klapprigen Viehtransporter an die Verfolgung des Mörders. Als sie schließlich erschöpft und erfolglos aufgeben müssen, entschließt sich Camille schweren Herzens, einen Profi hinzuzuziehen: Kommissar Adamsberg aus Paris, den Mann, den sie so sehr geliebt hat und mit dem sie doch nicht leben konnte ...

Die französische Regisseurin Josée Dayan ("Der Graf von Monte Christo", "Les Misérables - Gefangene des Schicksals", "Ein Schloss in Schweden") drehte diese schwächeren, weil zähen und nicht wirklich spannenden Auftakt der dreiteiligen Krimireihe nach den Bestsellern von Fred Vargas alias Frédérique Audoin-Rouzeau. Seitdem die vielfach preisgekrönte Schriftstellerin, die auch Historikerin und Archäozoologin ist, 1991 ihren ersten Roman um den Ermittler Adamsberg (Titel: "L'homme aux cercles bleus", deutsch: "Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord") veröffentlichte, wurde jeder dieser Romane ein riesiger Verkaufserfolg. Dayan inszenierte hier den zweiten Roman, 1999 in Frankreich veröffentlichten Band "L'homme à l'envers", der 2005 in Deutschland mit dem Titel "Bei Einbruch der Nacht" erschien. Allerdings erscheint das Werk ansatzweise wie eine thematisch moderne Variante von Christophe Gans' Kassenschlager "Pakt der Wölfe". Dayan drehte mit "Fred Vargas: Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord" und "Fred Vargas: Der vierzehnte Stein" auch die beiden Fortsetzungen.

Foto: ZDF/Gilles Scarella