Wenn man über Selbstmord spricht, spricht man über das Leben, nicht über den Tod. Jeden Tag begehen in Finnland zwei Menschen Selbstmord - in Deutschland sind es rund 10.000 im Jahr, in Frankreich ebenso viele. Demnach sterben hier sehr viel mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle oder illegale Drogen. Laut WHO müssen pro Todesfall jeweils durchschnittlich mindestens sechs Menschen mit dem Verlust einer nahestehenden Person durch Suizid fertig werden. Dennoch ist Selbstmord immer noch ein Tabuthema. Der Dokumentarfilm "Früher träumte ich vom Leben" nimmt sich dieses schwierigen Themas an. Er folgt der Figur eines jungen Mannes, der sich das Leben genommen hat. Dessen reale Geschichte wird im Film durch behutsam eingesetzte Animationen erzählt. Parallel dazu befragen die Filmemacher Betroffene, die selbst schmerzvolle Erfahrungen mit Selbstmord gemacht haben - Eltern, die ihr Kind verloren haben, junge Erwachsene, die versucht haben, sich das Leben zu nehmen, Geschwister von Verstorbenen. Der Film erzählt sehr persönliche und zutiefst berührende Geschichten und spürt nach, was Suizid für die Hinterbliebenen bedeutet und welche Möglichkeiten es gibt, mit Schmerz und Trauer umzugehen. Gleichzeitig untersucht er das Thema als gesellschaftliches Phänomen: Was sind die Motive, welches die Warnsignale?