Susanne und Michael beschließen, die alten Freunde aus der Schulzeit zu ihrer Hochzeit einzuladen. Alle kommen, und alle scheinen es zu etwas gebracht zu haben: Martin ist Zahnarzt und Familienvater, Judith eine bekannte Journalistin, Annalena ist Schauspielerin, Hansjörg erfolgreicher Unternehmer und Tomy, der frühere Kopf der Clique, ist ein Anwalt geworden, dem es angeblich mehr um das Recht als ums Honorar geht. Nachdem die erste Freude über das Wiedersehen verebbt ist und die ersten Flaschen geleert sind, beginnen die Fassaden zu bröckeln. Der erfolgreiche Unternehmer ist in Wirklichkeit arbeitslos, die Schauspielerin ohne Engagement, der Zahnarzt ist keinesfalls der solide Familienvater, für den er sich ausgegeben hat, und die Journalistin nicht die überlegene Erfolgsfrau. Zudem schläft Susanne an ihrem Hochzeitstag mit Tomy, ihrer alten Liebe. Als sich der angeblich mittellose Anwalt der Entrechteten als gutsituierter Banker und Familienvater outet, zerplatzt für Susanne der Traum von der ewigen Jugend.

Eine frühe Arbeit der inzwischen erfolgreichen TV-Regisseurin Vivian Naefe über eine Gruppe von Erwachsenen, die die schmerzhafte Erfahrung machen muss, wie wenig von ihren einstigen Träumen und Idealen übrig geblieben ist. Von allen Beteiligten hervorragend gespielt, ragen aus der Darstellercrew besonders Barbara Rudnik als Journalistin und Heinrich Schafmeister als vermeintlicher fürsorgender Familienvater heraus. Das stimmige Drehbuch lieferte übrigens Walter Kärger ("Störtebeker", "Friedrich Freiherr von der Trenck - Zwei Herzen gegen die Krone", "Mein Freund der Wolf").

Foto: ZDF/Olga-Film, München