1942: Im Dschungel von Java fristen Hunderte von Soldaten ihr Dasein als Kriegsgefangene unter der strengen Aufsicht des Lagerkommandanten Yonoi. Unter ihnen befindet sich Captain John Lawrence, der eine besondere Stellung innehält. Er ist als einziger Gefangener der japanischen Sprache mächtig und sucht ständig den Austausch mit seinen neuen Befehlshabern. So zieht er das Misstrauen Yonois auf sich, der um seine Autorität fürchtet. Gleichzeitig aber sind die Japaner von seiner Kontaktfreude und seinem ehrlichen Interesse fasziniert ...

Ebenso wenig, wie dieser Film eine lineare Erzählstruktur verfolgt, will er dem Zuschauer eine alleingültige Moral vermitteln. Nagisa Ôshimas erster englischsprachiger Film konzentriert sich vielmehr auf die sich ständig verändernden Beziehungen zwischen den vier Protagonisten, die sich allesamt in einem Wechselspiel der kulturellen Unterschiede und der durchweg präsenten Gefangenen/Bewacher-Situation befinden. Weiterhin wird diese Dualität von der imposanten Filmmusik Ryuichi Sakamotos, der ebenfalls durch die brillante Darstellung Yonois besticht, unterstrichen. Ohne Zweifel ist der große internationale Erfolg des Filmes auch auf die beeindruckenden schauspielerischen Leistungen zurückzuführen. Mit seiner Darstellung des von Schuldgefühlen geplagten Majors Celliers erregte David Bowie großes Aufsehen. Bowie stand 1983 hoch im Kurs, gerade war sein viel verkauftes Album "Let's Dance" erschienen.

Foto: Kinowelt