New York, 1863: Während im Lande der Bürgerkrieg tobt, bekämpfen sich in der Metropole die Gangs der so genannten "Natives" und die der irischen Einwanderer. Nachdem vor 16 Jahren sein Vater bei einem Kampf zwischen den Parteien zu Tode kam, will sein Sohn Amsterdam nun Rache an dem Mörder üben. Doch Bill the Butcher regiert in dem New Yorker Viertel wie ein König. Amsterdam erschleicht sich die Gunst Bills, bis der seinen finsteren Plan durchschaut ...

Diese mitunter recht blutrünstige Geschichte über einfache Menschen, die Amerika ebenso aufbauten wie bekannte Größen, setzt auf die entfesselte Kamera von Michael Ballhaus, der hier zweifelsohne beweist, dass er zu den ganz Großen seiner Zunft gehört. Starke Darsteller - allen voran Daniel Day Lewis als Bill the Butcher und Leonardo DiCaprio als dessen ungleicher Gegner - und brillante Ausstattung lassen einige Unebenheiten wie etwa die Ohren sammelnde Amazone schnell vergessen. Martin Scorsese, der für seine Regiearbeit bereits den Golden Globe erhielt, erweist sich mit dem überaus komplexen Porträt seiner Heimatstadt einmal mehr als Meisterregisseur. Geschickt werden hier bekannte historische Eckdaten mit der fiktiven Geschichte der Einwanderer gekoppelt. Ein bildgewaltiges Epos, dass einen nur staunen lässt. Das Drama wurde 2003 für insgesamt zehn Oscars nominiert: bester Film, beste Regie, beste Kamera, bester Hauptdarsteller, bestes Original-Drehbuch, bester Schnitt, beste Ausstattung, beste Kostüme, bester Song und bester Ton. Doch bei der Preisverleihung wurde Scoreses Werk vollkommen übergangen.

Foto: Splendid