T.S. Garp (hervorragend verkörpert von Robin Williams) erblickte das Licht der Welt 1944 unter besonderen Umständen - er hat keinen leiblichen Vater. Denn seine Mutter Jenny, die während des Zweiten Weltkriegs als Krankenschwester arbeitete und mit Männern eh nichts zu tun haben wollte, hielt sich an einem sterbenden Soldaten, um endlich ein Kind zu bekommen. Der kleine Garp ist der ganze Schatz seiner Mutter, der sich aber zum genauen Gegenteil von Jenny entwickelt: Er ist aufgeschlossen und neugierig, lebhaft und voller Liebe. Zunächst verdingt sich Garp als Ringer, doch um Helen, Tochter seines Trainers zu beeindrucken, sattelt er schließlich auf die Schriftstellerei um ...

Ein bitterböser Film voller schwarzen Humors, der sich über bürgerliche Sinnsuche, Heile-Welt-Denken und menschliche Vergeblichkeit in einer neurotischen Gesellschaft lustig macht. Garp zeigt, dass man Empfindungen aller Art schützen kann: Schmerz, Trauer, Spaß oder Lust - Leben eben. Der Verfilmung von John Irvings Bestseller aus dem Jahr 1977 nahm sich Erfolgsregisseur George Roy Hill an, der 1974 für "Der Clou" mit dem Oscar ausgezeichnet wurde und schon bei der Verfilmung von Kurt Vonneguts "Schlachthof 5" (1971) ein sicheres Händchen bei der Adaption komplexer Romanvorlagen bewies. Er hat hier einen Cameo-Auftritt als Pilot, der sein Flugzeug auf Garps Haus abstürzen lässt. John Irving - als Ringrichter - ebenfalls zu sehen.

Foto: SWR