Der größte Wunsch, ein Kind, blieb Sylvia und Reiner Tiersch lange versagt, bis sie sich schließlich zu einer Adoption entschlossen hatten. Sie nahmen ein kleines Mädchen zu sich, Julia, und das Familienglück schien perfekt. Doch bald stellte sich heraus, dass das Mädchen besondere Zuwendung brauchte, um sich normal entwickeln zu können, da es durch die Alkoholkrankheit ihrer leiblichen Mutter Schaden genommen hatte. Silvia gab ihren Beruf als Landschaftsarchitektin vorrübergehend auf, um sich ganz auf Julia zu konzentrieren. Und tatsächlich entwickelt sich das Mädchen unter ihrer Fürsorge gut. Doch mit der Zeit fühlt Sylvia sich zunehmend leer und eingeengt. Die Erziehung von Julia ist aufwändig und kostet sie viel Energie. Es bleibt ihr kaum Zeit für andere Aktivitäten. Die Ehe von Reiner und Sylvia kriselt. Reiner, der seinen Beruf als Biologe mit Leidenschaft ausfüllt und dessen Karriere gut vorankommt, zieht sich mehr und mehr aus der Familie zurück. Das einzig gemeinsame Gespräch der Eheleute dreht sich fast nur noch um das Kind. Schleichend hat sich zwischen den Eheleuten eine Fremdheit aufgebaut, die beide kaum aufzubrechen vermögen. Sylvias Unzufriedenheit wächst und endlich schiebt sie den länger gehegten Gedanken nicht mehr auf und beginnt, wieder in ihren alten Beruf als Landschaftsarchitektin einzusteigen. Zunächst will sie Reiner noch nichts davon erzählen und versucht, Julia größere Eigenständigkeit beizubringen. Julia ist davon nicht begeistert. Sie ist daran gewöhnt, ständig von Sylvia begleitet und umhegt zu werden und fühlt sich vernachlässigt. Julia stellt ihrer Mutter so manches Hindernis in den Weg; sie erweist sich dabei eigentümlicherweise als ungewohnt selbstständig und erfindungsreich. Auch Reiner erschrickt bei dem Gedanken, wie Sylvias Berufstätigkeit und die schwierige Erziehung Julias sich vereinen lassen sollen. Längst hat er sich daran gewöhnt, in diesen Dingen den Rücken freigehalten zu bekommen und hat seine Verantwortung für das Kind an Sylvia abgegeben. Außerdem beschäftigt ihn noch eine andere Geschichte. Unter der Hand hat sich eine engere Beziehung zwischen ihm und seiner Forschungskollegin Cornelia entwickelt. Mit ihr scheint er schon jetzt mehr zu teilen, als mit Sylvia. Sylvia ahnt langsam von der sich anbahnenden Liaison, will diese aber zunächst nicht wahrhaben. Ihr beruflicher Wiedereinstieg vollzieht sich wegen Julias Reaktionen schwierig aber trotzdem immer erfolgreicher und er ist von ihrem alten Chef in der Firma gern gesehen. So sortieren sich die Dinge langsam neu, und Sylvia stellt ihr Leben wieder auf die Beine. Ob am Ende ihre Ehe mit Reiner noch Bestand haben kann, ist dabei aber fraglich ...