In der Schlacht am Flusstal des Little Bighorn standen sich im Juni 1876 zwei berühmte Persönlichkeiten gegenüber: Sitting Bull, der charismatische Häuptling der Prärie-Indianer, und der hochrangige Kavallerieoffizier George Armstrong Custer, der sich mit seinem rücksichtslosen Mut einen Namen in den Indianerkriegen gemacht hatte. Custer führte das 647 Mann starke 7. Kavallerieregiment an. Ihm gegenüber stand eine Streitmacht aus mehreren Tausend Cheyenne- und Lakota-Kriegern, die der einflussreiche Häuptling Sitting Bull um sich geschart hatte. Angesichts der enormen Überzahl der Indianer befahl Custer seinen Soldaten, sich zurückzuziehen. Aber trotz ihres Rückzugs wurden General Custer und fast ein Drittel seiner Soldaten getötet. Sitting Bull ging als klarer Sieger aus dieser kriegerischen Auseinandersetzung hervor. Dennoch wurde General George Armstrong Custer, damals erst 36 Jahre alt, zur Legende, und sein "letztes Gefecht" wurde zum amerikanischen Mythos. Gleichzeitig fand diese Schlacht als letzte Etappe des verzweifelten Freiheitskampfs Eingang ins kollektive Bewusstsein der Sioux-Nation. Bereits im nachfolgenden Jahr siedelte die amerikanische Bundesregierung den Stamm von Sitting Bull in ein Reservat um und gab das vormals indianische Gebiet um die als heilig geltenden Black Hills für weiße Siedler frei.