Wenn die Sciencefiction ihren schlechten Ruf nicht loswird, dann liegt das zum Gutteil an Stoffen wie diesem: Hinter "Xavier's School For Gifted Students" verbirgt sich eine Privatschule für Teenager, die als Folge von Mutationen über aussergewöhnliche körperliche und geistige Fähigkeiten verfügen. Doch die Gabe ist auch ein Fluch: Die Teenager werden wegen ihrer übernatürlichen Kräfte gefürchtet und gehaßt. So kann etwa Jubulation "Jubilee" Lee die Energie nicht kontrollieren, die aus ihren Fingerspitzen strömt, und Angelo "Skin" Espinosa vermag seinen Körper in jede nur erdenkliche Länge zu dehnen. Ein anderer spaltet Stahl nur mit seinem Schrei, der nächste ist ein menschliches Chamäleon, und wieder ein anderer läßt mit seinem Blick Glas schmelzen. Solche Leute sind natürlich verlockend für einen wahnsinnigen Wissenschaftler, der sie für seine kriminellen Allmachtsphantasien mißbrauchen will...

Regisseur Jack Sholder ist normalerweise ein solider Mann für ansprechende B-Filme ("12:01"), doch hier gelingt es ihm nicht, aus der stumpfsinnigen Comic-Vorlage von Stan Lee und Jack Kirkby mehr als einen stumpfsinnigen Film zu machen. Natürlich interpretieren die Autoren allerlei Tiefsinniges in ihren Mumpitz hinein, denn Stan Lee sagt: "Es geht um eine Gruppe junger Leute, die von der Gesellschaft mit Argwohn betrachtet werden. Sie werden nicht verstanden und gefürchtet, also werden sie zu Außenseitern." Also ist das Mutanten-Zeugs in Wahrheit ein Plädoyer gegen die Ausgrenzung Andersartiger?