Eigentlich hat Detective Inspector George Gently Urlaub, doch das Verbrechen in Northumberland schläft nie: Der deutsche Pharmaunternehmer Gunter Schmeikel wird tot aus dem Hafenbecken gezogen. Er war mit seiner luxuriösen Yacht wenige Tage zuvor aus Hamburg ausgelaufen. Zwar ist Schmeikel ertrunken, doch sein Rückgrat wurde gebrochen, so dass Gently und Sergeant John Bacchus nicht von einem Unfall ausgehen können. Schmeikels Sohn Wilhelm und dessen Frau Trudi verhalten sich auffällig arrogant und unkooperativ, außerdem scheinen sie etwas zu verbergen. Schon bald erfahren Gently und Bacchus, dass der Tote Bomberpilot der deutschen Luftwaffe war und 1944 über England abgeschossen wurde. Als Kriegsgefangener hatte er auf der Schweinefarm von Jim Hardyment gearbeitet, dem er jetzt zum ersten Mal nach der Gefangenschaft einen Besuch abgestattet hatte. Da der Zweite Weltkrieg erst knappe 20 Jahre her ist, herrscht noch immer eine starke antideutsche Stimmung, die Gently und Bacchus bei ihrer Ermittlung auch entgegenschlägt - kaum einer denkt, dass es der tote Deutsche wert ist, herauszufinden, wer sein Mörder gewesen sein könnte ...

Ein weiterer gelungener wie spannender Fall um den britischen Ermittler George Gently. Regisseur Ciaran Donnelly, der schon den Fall "George Gently - Der Unbestechliche - Der Verbrannte" in prächtigen Bildern einfing, drehte hier nach dem Roman "Bomber's Moon" von Alan Hunter, der 1994 erstmals veröffentlicht wurde. Gently und sein jugendlicher Gegenpart, der ebenfalls überzeugend aufspielende Lee Ingleby, müssen hier erkennen, dass im England der Sechzigerjahre der Krieg Wunden geschlagen hat, die auch nach 20 Jahren noch Hass und Mord nach sich ziehen.

Foto: ZDF/Colm Hogan