Gesche Gottfried muss unglaublich schwere Schicksalsschläge hinnehmen: Der Tod hatte Vater, Mutter, Bruder, drei Kinder, zwei Ehemänner, zwei Verlobte und etliche Freunde unbarmherzig hingerafft. In dem Haus der wohlhabenden Witwe, das ist sicher, geht es nicht mit rechten Dingen zu. Die Bremer Bürger leiden mit der gläubigen, untadeligen Gesine, der Gemeindepfarrer lässt ihr zu Ehren sogar einen Fürbitt-Gottesdienst abhalten. Doch kurze Zeit später müssen die Bremer ihre Menschenkenntnis überdenken - Gesche Gottfried wird zum Synonym des Bösen 15 Menschen, so gesteht die Angeklagte dem Gericht, hatte sie mit Arsen vergiftet, auf weitere 15 Mordanschläge verübt...

Die Aacherer Regisseurin Walburg von Waldenfels verfilmte in ihrem Langfilm-Debüt die wahre Geschichte der Gesche Margarethe Gottfried, die "Bestie von Bremen" - die berühmteste Serienmörderin ihrer Zeit. Am 21. April 1831 wurde sie auf dem Bremer Domhof geköpft. 35000 Bremer sollen dabei zugesehen haben. Ihr Körper wurde nicht bestattet, sondern als abschreckendes Beispiel für die Nachwelt aufbewahrt: Bis Anfang dieses Jahrhunderts waren ihr in Spiritus konservierter Kopf und ihr Skelett im Bremer Stadtmuseum zu besichtigen. 1912 befand sich das Knochengerüst im Pathologischen Institut der Städtischen Krankenanstalt, es verbrannte während des Zweiten Weltkrieges. Der Kopf der wohl berühmtesten Bremerin gilt seit 1913 als verschollen - vielleicht ist er vernichtet worden, vielleicht steht er aber auch noch heute auf dem Kaminsims irgend eines morbiden Bremers.