Der junge Carabiniere Antonio soll die elfjährige Rosetta und ihren kleinen Bruder Luciano nach der Verhaftung ihrer Mutter, die Rosetta zur Prostitution gezwungen hat, von Mailand nach Civitavecchia in ein kirchliches Waisenhaus bringen. Er tut sich anfangs schwer mit den Kindern, die ihm gegenüber feindseilig und verschlossen sind. Das Waisenhaus weigert sich, Rosetta und ihren Bruder aufzunehmen. Sie gehörten nach Sizilien, wo sie herstammen. So fahren die drei weiter. Der junge Beamte macht Station bei seinen Verwandten in Kalabrien, damit Rosetta und Luciano sich etwas ausruhen können, er gönnt ihnen einen kurzen Aufenthalt am Meer. Die anfängliche Fremdheit zwischen ihm und den Kindern weicht vertrauensvoller Zuneigung; Antonio verspricht ihnen sogar, sie später im Heim zu besuchen. Dann erfährt er, dass man ihm sein Verhalten als Entführung seiner Schützlinge auslegt...

Während die italienischen Neorealisten gern die verarmte Nachkriegsgesellschaft porträtierten, zeichnete Gianni Amelio mit diesem sensiblen, mehr Preis gekröntem Road-Movie ein Bild des reichen Italien, in dem die soziale Kälte grassiert. Besonders gut sind die Kinderdarsteller.