In einem römischen Palazzo lebt ein alter Professor, der sich von den Menschen zurückgezogen hat und alle Zeit der Kunst widmet. Eines Tages bricht die junge Marchesa Brumontiin diese Abgeschiedenheit herein und überredet den Professor, das obere Stockwerk ihr und ihrem Geliebten Konrad zu überlassen. Hinzu kommen auch noch ihre Kinder und nach einiger Zeit ist die einstmalige Ruhe durch Streitereien endgültig besiegelt. Der Professor schwankt zwischen Ekel und Neugierde, weil er niemals eine Familie hatte. Aber bei aller Einfühlsamkeit bleibt die Kluft zwischen dem ruhigen, in sich gekehrten Alter und der lärmenden Vitalität der Jungen unüberwindlich ...

"Gewalt und Leidenschaft" ist nach "Der Leopard" ein weiteres Meisterwerk von Luchino Visconti - eine Bild gewaltige, bewegende Studie über den Zusammenprall zweier Milieus, mit der der italienische Meisterregisseur seiner Beziehung zu Helmut Berger, mit dem er zwei Jahre zuvor auch "Ludwig II." gedreht hatte, ein Denkmal setze. Visconti selbst sagte zu seinem Werk: "Die Alten können zwar versuchen, die Jungen zu verstehen und zu lieben, aber das, was die Generationen trennt, ist meist unüberbrückbar. Mit diesem Film wollte ich versuchen, das Verhältnis zwischen den beiden Welten in seiner ganzen Traurigkeit darzustellen. Die Älteren sind entweder der Wirklichkeit entrückt ..., die Jungen sind der Korruption verfallen oder sind ihr auf Schritt und Tritt ausgesetzt."

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