Keine zwei Stunden von Miami entfernt liegt Haiti, auch heute noch ein durch Bürgerkrieg zerrüttetes Land, dass von dem Rest der Welt quasi ignoriert wird. Ein Land voller Armut, Verzweiflung und Gewalttätigkeit. "Hölle" ist das Wort, das die dortigen Lebensbedingungen am besten umschreibt. Besonders verwahrlost sind die Slums von Cité Soleil rund um Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis, in der immer noch die Anhänger des 2004 gestürzten Ex-Präsidenten Jean-Bertrand Aristides wie Könige herrschen. "Chimères" werden sie genannt - die schwer bewaffneten Ganganführer wie Bily und 2Pac, die hier ein besseres Leben für sich und ihre Freunde zu finden glauben...

Dokumentarfilmer Asger Leth drehte dieses Dokument des Schreckens an einem der gefährlichsten Orte der Welt, denn Gewalt und Kriminalität, Entführungen und Drogenhandel sind in Haiti nach wie vor lukrative Geschäfte. Die Cité Soleil, der Slum am Stadtrand zwischen Meer und Flughafenlandebahn, ist längst zu einer Sonderzone für Gesetzlose geworden, in der weder die Behörden noch die patroullierenden UNO-Truppen Herr werden. Leth ist übrigens Sohn des dänischen Regisseurs Jørgen Leth, Bruder des Schauspielers Kristian ("Mord in der Mittsommernacht", "Kleine Missgeschicke") und der Produzentin Karoline Leth.

Foto: MFA