Wenn flüchtige Begegnungen ein Leben verändern: Als der lettische Archivar Matiss Zelcs eine Nachts eine Brücke in Riga überquert, erhascht er für einen Moment den Blick einer jungen Frau, die sich wenig später das Leben nimmt. Fortan bestimmt nur noch ein Wunsch sein Leben: Er will mehr über die Frau erfahren, deren Freitod er nicht verhinderte...

Schon in seinem Dramen "Verhängnis" (1994), "Frost" (1996) und "Abendland" (1999) liess Regisseur Fred Kelemen seine frustrierten Protagonisten ziellos durch nächtliche oder winterlich dunkle Städte taumeln. So nun auch in "Glut". In meist tristen Schwarzweiss-Bildern begleitet er Egons Dombrovski, der den seelisch längst zerbrochenen Matiss verkörpert, durch das nächtliche Riga. Dabei zeigt dessen innere Sicht in einer Langsamkeit, dass man nach dem Kinobesuch glatt selbst von der Brücke springen möchte.

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