Seit der Besetzung Tibets haben einheimische Kinder keine Zukunft mehr. Das Schulgeld ist zu hoch für das verarmte Volk. Deshalb entschließen sich viele Eltern, ihren Nachwuchs über die verschneiten Himalaja-Pässe ins indische Exil zu schicken, wo der Dalai Lama Ausbildungsstätten eingerichtet hat. Viele Eltern vertrauen ihre Kinder dem Fluchthelfer Kelsang Jigme an, der die in 6000 Meter verlaufende Grenze zwischen Tibet und Nepal wie seine Westentasche kennt. 2001 verhalf er etwa den sechs tibetischen Kinder Chime, Dolkar, Dhondup, Tamding, Lakhpa und Pema zur Flucht aus Tibet ins Exil nach Indien.

Ihre über zehnjährigen Tibet-Erfahrungen haben die Wiener Filmemacherin, Bestseller-Autorin und ww.shelter108.de/ Shelter108-Gründerin Maria Blumencron bekannt gemacht. Bereits 2001 dokumentierte sie in "Flucht über den Himalaya" die strapaziöse Reise der sechs Kinder, 2006 berichtete sie in "Jenseits des Himalaya", was aus ihren jungen Protagonisten geworden war. In "Good Bye Tibet" fasst Blumencron diese zehnjährigen Erfahrungen, die sie auch erfolgreich publizistisch verarbeitete, in beeindruckenden Landschaftsbildern von Kameramann Roland Wagner noch einmal zusammen. Allerdings fällt auf, das einige Sequenzen von "Good Bye Tibet" mit Blumencrons Off-Kommentar reichlich pathetisch daher kommen und sich die Regisseurin auch gern selbst abgelichtet sieht. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle die Kritik des Psychologen und Publizisten Colin Goldner, der den Wahrheitsgehalt von Blumencrons Filmen und Büchern recht polemisch in Frage stellt, was Blumencron bestreitet.





Foto: Prokino