Zu den späten Helden des Zweiten Weltkrieges gehört der 1972 verstorbene St.Galler Polizei-Hauptmann Paul Grüninger. Dieser hat durch den Verstoß gegen die offizielle Flüchtlingspolitik - auch nach August 1938 - Hunderten von hauptsächlich österreichischen Juden die Einreise in die Schweiz ermöglicht: durch Empfehlungsschreiben sowie das Vordatieren von Einreisedaten. Grüninger wurde deshalb aus seinem Amt entlassen und 1941 gerichtlich verurteilt. Nach seiner Entlassung fand er jahrelang keine Arbeit. Er starb 1972; erst 1996 wurde er rehabilitiert.

Der Film von Richard Dindo basiert auf einem Buch von Stefan Keller und spielt im Saal des Bezirksgerichtes von St.Gallen, in dem Paul Grüninger im Oktober 1940 der Prozeß gemacht wurde. Ehemalige jüdische Emigranten und Emigrantinnen, die aus der ganzen Welt herbeigeeilt sind, legen Zeugnis ab über den Mann, der ihnen seinerzeit das Leben rettete und von dessen tragischem Schicksal sie nie etwas erfuhren. Der Film ist das Denkmal einer späten Rehabilitation.