Die Auseinandersetzung zwischen einem Vater und seinen Söhnen um die Anschaffung eines Fernsehapparats führt zu einem Nachbarschaftsstreit. Die beiden Jungen nehmen die Aufforderung ihres Vaters, den Mund zu halten, wörtlich, grüßen niemanden mehr und lösen dadurch einige Missstimmungen aus...

Ähnlich wie in seinem 1932 gedrehten Film "Ich wurde geboren, aber..." thematisiert Yasujirô Ozu in "Guten Morgen" die Situation sozialer Abhängigkeiten. Angesiedelt im kleinbürgerlichen Milieu, erweist sich die Geschichte zweier streikender Brüder als ein amüsantes Beispiel eines sehr speziellen Genres, des Shomin-geki. Yasujirô Ozu gilt als Meister dieser Beobachtung des japanischen Kleinbürgertums. Mit Einfühlungsvermögen, leisem Humor und vor allem viel Sympathie für Figuren und Schauplätze erzählt er von innerfamiliären Konflikten, was in der schlichten, aber ausbalancierten Inszenierung eine ästhetische Entsprechung findet. "Guten Morgen" zählt, wie auch "Sommerblüten", zu den Klassikern der japanischen Filmgeschichte, zu deren herausragenden Vertretern Yasujirô Ozu neben Akira Kurosawa und Mikio Naruse gerechnet wird. Ozus filmischer Einfluss reicht bis nach Europa, wo ihm etwa Wim Wenders mit "Tokyo-Ga" (1985) eine sehr persönliche Hommage erwies.