1940: Offiziersanwärter Teichmann beginnt zusammen mit drei Freunden seinen Dienst auf einem deutschen Minensucher "Albatros". Als der im Ärmelkanal versenkt wird, rettet Teichmann das Leben des schwer verwundeten Flottillenchefs Wegener, in dessen hübsche Frau Edith er unglücklich verliebt ist. Desillusioniert über seine aussichtslose Liebe setzt Teichmann seinen Dienst auf einem U-Boot fort, auf dem Wegeners Jugendfreund Lüttke das Kommando führt. Als der mitbekommt, was mit Teichmann und Edith los ist, muss der junge Offizier allerhand Schikanen erdulden ...

Dem heute nahezu unbekannten Schriftsteller Wolfgang Ott gelang 1956 mit seinem Roman "Haie und kleine Fische" ein großer Erfolg, den Regisseur Frank Wisbar ("Hunde, wollt ihr ewig leben?") mit den seinerzeit noch weitgehend unbekannten Hansjörg Felmy und Horst Frank recht realistisch in Szene setzte. Wisbar, der 1938 in die USA emigriert war und nach dem Krieg als amerikanischer Staatsbürger nach Deutschland zurückkehrte, setzte hier mehr auf die Charakterzeichnungen der jungen Protagonisten denn auf reißerisches Schlachtengetümmel. Besonders die klaustrophobischen Szenen im U-Boot wissen zu überzeugen - unwillkürlich denkt man an Wolfgang Petersens späteren Welterfolg "Das Boot". Einige Kritiker bemängelten, Wisbar habe die Nazi-Diktatur viel zu unreflektiert behandelt, doch dem Regisseur ging es hier um das Leid des Einzelnen im Krieg, nicht um eine Auseinandersetzung mit der Nazi-Diktatur. Allerdings beschreibt Wisbar schon, dass einer der vier Freunde Selbstmord begeht, als er erfährt, dass sein jüdischer-stämmiger Vater, ein Regimekritiker, von den Nazis in Bergen-Belsen ermordet wurde. Die recht unwahrscheinliche und unpassende Love-Story zwischen Teichmann und der Flottillenchef-Gattin hätte Wisbar allerdings besser weggelassen. Trotzdem ist dies ein ungewöhnliches Werk des Kinos der Adenauer-Ära.

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