Eine verregnete Sommernacht in Spanien. Das Ehepaar Maria und Paul reist mit seiner Tochter und der gemeinsamen Freundin Claire durch das Land. Während sich Maria mehr und mehr dem Alkohol hingibt und sie um ihre ehemals liebevolle Ehe trauert, entflammt zwischen Paul und Claire eine starke sexuelle Begierde. Der starke Regen zwingt die Reisegruppe zu einer Übernachtung in einem kleinen Dorf nördlich von Madrid. In diesem Dorf hat ein junger Bauer seine Frau und deren Liebhaber getötet und wird nun von den Bewohnern und der Polizei gejagt. Als Maria den Mörder auf einem der Dächer entdeckt, beschließt sie, ihm zu helfen. Dies hat schreckliche Auswirkung auf die Leben aller Beteiligten ...

Eines der wenigen Dramen des Thriller- und Krimi-Spezialisten Jules Dassin, der hier zum vierten Mal mit seiner Ehefrau Melina Mercouri zusammenarbeitete. Dassin, der sein Werk stilgerecht im Ambiente der Sechzigerjahre inszenierte, verfilmte ein Drehbuch, das er zusammen mit der französischen Schriftstellerin und Regisseurin Marguerite Duras (1914-1996, "Der Liebhaber", "Hiroshima mon amour") verfasst hatte. Seinerzeit in den Kinos ein Flop, gehört "Half elf in einer Sommernacht" zu den am meisten unterschätzten Werkes Dassins. Getragen wird der Film von der herausragenden darstellerischen Leistungen: Mercouris gibt die alkoholabhängige Maria mit Inbrunst, Peter Finch glänzt als Ehemann auf Abwegen und die wunderbare Romy Schneider verkörpert gekonnt die junge Claire. Unvergessen bleibt das Mienenspiel Mercouris, als sie ihren Mann und Claire beim Liebesspiel beobachtet.

Foto: Universum