Spätestens nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington war klar, dass Imam Mohammed Fazazi, der in der Hamburger Al-Quds-Moschee Lektionen gab, durchaus als Hintermann angesehen werden konnte. Denn drei der Attentäter besuchten seine Vorlesungen und hatten engen Kontakt zu ihm. Für Regisseur Romuald Karmakar Anlass genug, zwei so genannte Lektionen vom 3. und 5. Januar 2000 von Schauspieler Manfred Zapatka nachsprechen zu lassen.

Dass der Inhalt der Lektionen aus hetzerischer, salafistischer Salbaderei besteht, war eigentlich vorher schon klar. Warum also bis ins Detail langweilige Reden ohne jegliche Dramaturgie nachplappern und die Geduld des Zuschauers unnötig strapazieren? Hinzu kommt die schlechte filmische Umsetzung. Da ist jeder Hintergrundartikel spannender als diese Aufarbeitung. Halbwegs beruhigend: Fazazi wurde im Zusammenhang mit den Anschlägen in Casablanca im Mai 2003 in Marokko zu 30 Jahren Haft verurteilt. In Deutschland hingegen ist nie ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet worden.

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