"Wir müssen die Kinder loswerden!" Die Stiefmutter von Hänsel und Gretel weiß sich nicht anders zu helfen, um die Familie satt zu bekommen. Schweren Herzens stimmt der Vater zu und lässt Hänsel und Gretel im Wald zurück. Einsam und verlassen verirren sich die Geschwister. Als Hunger und Müdigkeit fast unerträglich werden, entdecken sie mitten im Wald ein verlockendes Häuschen - aus Lebkuchen, Schokolade und Marzipan. "Knusper, knusper, Knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?" So faszinierend wie das Knusperhäuschen ist auch seine Bewohnerin: Die Hexe, die den beiden nicht geheuer ist, lädt die Kinder freundlich ein. Doch die offenbart schnell ihr wahres Gesicht, sperrt Hänsel zum Mästen ins Verlies und belegt Gretel mit einem schrecklichen Fluch ...

Eine recht freie wie moderne Adaption des berühmten Märchens der Brüder Grimm von Uwe Janson ("Aschenputtel"), der nach einem Drehbuch von David Ungureit ("Der Klügere zieht aus", "Rumpelstilzchen", "Die Bremer Stadtmusikanten") inszenierte. Kameramann Christopher Rowe hat das bereits vielfach verfilmte Märchen in schönen Bildern eingefangen, Anja Kling zeigt in der Doppelrolle der bösen Hexe und einer wunscherschönen Fee einmal mehr ihr schauspielerisches Potential und die beiden Kinderdarsteller Friedrich Heine ("Glückstreffer - Anne und der Boxer", "Krauses Kur") und Mila Böhning ("2030 - Aufstand der Jungen") in den Titelrollen spielen so, als hätten sie bisher nichts anderes getan. Klasse!

Foto: RBB/Hardy Spitz