Erst ist er ein unbekannter Varieté-Illusionist, doch dann steigt er auf abenteuerlich-triumphale Weise zum gefeierten und gleichermaßen gefürchteten Hellseher Eric Jan Hanussen auf. Im vergnügungssüchtigen Berlin der beginnenden Dreißijerjahre verkehrt er mit den Nazis. Ruhm und Geld sind seine beiden großen Verführer, und er scheitert schließlich an seiner Selbstüberschätzung, an seinen Machtspielen und an seinem Ehrgeiz.

Nach "Mephisto" und "Oberst Redl" zeigen Regisseur István Szabó und der Titelheld Klaus Maria Brandauer mit dem Porträt "Hanussen" zum dritten Mal einen Film um ein menschliches Schicksal in den Zeiten großer politischer Umwälzungen. Eric Jan Hanussen hieß eigentlich Hermann Steinschneider, der seine paranormalen Fähigkeiten bei der Beratung seiner Kunden einsetzte. Schon 1928 wurde er in Leitmeritz (Böhmen) wegen Betrug angeklagt, jedoch freigesprochen, da das Gericht zu der Ansicht kam, dass "der Angeklagte über gewisse rätselhafte Geisteskräfte verfüge". 1933 wurde Hanussen wegen seiner Prognosen durch ein Geheimkommando der SS ermordet. Genial interpretiert Brandauer die Figur des Hanussen, eines Mannes zwischen Streben nach Macht und Moral, zwischen Politik und Mystik. Der Film war 1988 als bester nichtenglischsprachiger Film für den Oscar und für den Golden Globe, sowie István Szabó in Cannes für die Goldene Palme nominiert.

Foto: ARD/Degeto