Der türkische Privatdetektiv Kemal Kayankaya lebt zwischen den Welten: dem Paß nach ein Türke, aber geboren und aufgewachsen in Frankfurt. Und außerdem spricht er kein Wort Türkisch. Mit miesen Fällen schlägt er sich leidlich durch. Als er den Ehemann einer Türkin suchen soll, stößt er in ein Wespennest. Der Fall führt geradewegs ins Frankfurter Rotlichtmilieu. Es dauert nicht lange, bis Kemal über Leichen stolpert. Und kaum länger dauert es, bis man auch ihm an den Kragen will...

Doris Dorrie inszenierte ihren Krimi in ausgesucht tristen Bildern. Frankfurt erscheint als lebensfeindliche, trostlose Umwelt, in der das Verbrechen reichlich Nährboden findet. Dieses Konzept verwendete sie auch in dem weinerlichen "Keiner liebt mich" (1994) in Köln. Dessen problemverliebte Überdeutlichkeit ist in "Happy Birthday, Türke" noch nicht zu spüren. Der durchaus unterhaltsame Krimi mixt nicht ungeschickt Spannung und Humor. Sonderlich originell ist das Ergebnis freilich nicht: Der schmucklose Realismus erinnert an den guten alten "Tatort", die Hauptfigur ist ein kaum veränderter Philip Marlowe.