Story? Hier hatte jemand einen Einfall zu einem Titel, aber die Story fehlte. Und sie ist im Laufe der Dreharbeiten auch nicht entstanden. Also vergessen wir den Film. Nur ein kleiner Blick auf den Hauptdarsteller sei gestattet. Er heißt nicht Don Johnson, der, wie "Miami Vice" zeigte, ein brauchbares Model für Armani-Anzüge, aber kein Schauspieler ist. Don Johnson war lange vom Pech verfolgt. Er war mit Melanie Griffith verheiratet und schluckte viel mehr Martinis, als ein zarter Schnuckiputz wie er verkraften kann. Dieser Film zeigt, dass er außerdem ein Nikotin-Problem hat, denn er ist der Marlboro Man und qualmt ununterbrochen, was ihn aber erstens nicht für die Marlboro-Werbung qualifiziert (zu windelweich, der Typ), und zweitens ergibt ein rauchender Co-Hauptdarsteller noch keinen Film.

Hauptdarsteller ist angeblich Mickey Rourke, der anscheinend eine Harley zu steuern weiß, aber das ergibt auch noch keinen Film. Jedenfalls nicht, wenn Mickey Rourke mitspielt - mit ihm wäre sogar "Easy Rider" zum Flop geworden. Mickey Rourke ist ein Phänomen der späten Achtzigerjahre, als Yuppies ihre ersten Penunzen verdienten und sich auf die Suche nach einem passenden Lebensstil machten, ohne allerdings die nötige ästhetische, moralische oder philosophische Grundlage zu haben. Und so fanden sie ihr Idol in Mickey Rourke, der auf Standphotos ganz prima posieren, aber in bewegten Bildern nicht agieren kann. Rourke schmiss fast jeden seiner Filme (der Erfolg von "9 1/2 Wochen" hatte wenig mit ihm zu tun, es sei denn, man interpretierte sein Gehabe als "cool"), und er schmeißt diese sogenannte Action-Komödie natürlich erst recht. Denn die Defizite eines Films, der ohne einen einzigen originellen Handlungseinfall auskommt, können nur erstklassige Schauspieler einigermaßen überspielen.

Foto: Fox