Auf der Beerdigung ihrer Eltern traut Elanor Ashby ihren Augen nicht: Ihr Bruder Tony, der sich vor vielen Jahren in selbstmörderischer Absicht von einer Klippe gestürzt hat und dessen Leichnam nie gefunden wurde, steht plötzlich leibhaftig vor ihr. Im Gegensatz zu Elanor ist ihr Bruder Simon gar nicht erfreut, das totgeglaubte Familienmitglied wiederzusehen, denn der will das Erbe seiner Eltern nicht mit einer weiteren Person teilen. Und die Anzeichen häufen sich, dass der Fremde gar nicht der ist, der er vorgibt zu sein …

Der atmosphärisch dichte Schwarzweiß-Horror-B-Picture war die erste Regiearbeit des besonders als Kameramann bekannt gewordenen Freddie Francis für die seinerzeit äußerst populären Hammer-Studios. Frei nach dem 1949 erschienenen Roman "Der Erbe von Latchetts" der britischen Schriftstellerin Josephine Tey (1896-1952) entstand ein gut besetztes Genrewerk mit dem jungen Oliver Reed, der zwei Jahre zuvor in "Der Fluch von Siniestro" seine erste Kino-Hauptrolle gespielt hatte. Hier ist er als trunksüchtiger wie psychopathischer Simon Ashby zu sehen. Am Drehbuch war übrigens auch Jimmy Sangster beteiligt, der einer der führenden Autoren der Hammer-Studios war und zuvor die Vorlagen für Klassiker wie "Dracula" und "Dracula und seine Bräute" lieferte. Später drehte Francis für die Hammer-Studios weitere Genrewerke wie "Frankensteins Ungeheuer", "Die Todeskarten des Dr. Schreck" oder "Draculas Rückkehr".

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