"Wir können einfach einen Tag lang glücklich sein und sofort wieder unglücklich. Dann nehmen wir uns nicht so viel vor", sagt Hedi (Laura Tonke) zu ihrem Mann Uli (Hans Löw). Da ist der tragikomische Film von Sonja Heiss aber schon ziemlich weit fortgeschritten.

Zuvor konnten die Zuschauer beobachten, wie aus der lebenslustigen, fröhlichen Hedi, die eines Tages im Aufzug steckenblieb, eine von Angst und Panik geschüttelte Person wurde. Dieser plötzliche Umschwung wirft nicht nur sie selbst, sondern auch ihren Mann und Sohn aus der Bahn. Wie sollen sie mit der psychisch Erkrankten umgehen? Kann ein Trip nach Norwegen die Lösung sein?

Eine Offenbarung

Trotz des ernsten Themas verliert Heiss' ("Hotel Very Welcome") Inszenierung nie ihre Leichtigkeit. Der Filmemacherin, die der Berliner Schule zugerechnet wird, geht es hauptsächlich darum, zu zeigen, dass Angststörungen und Depressionen jeden treffen können, auch die Frohnaturen unter uns. Und sie stellt intensiv dar, was mit den Familien und Beziehungen der Erkrankten passiert – weniger, was in den Köpfen der Depressiven vor sich geht.

Ihre authentischen Hauptdarsteller Laura Tonke und Hans Löw machen die Komödie zu einem absoluten Glücksfall. Als Produzentin fungierte unter anderem die ausgezeichnete Regisseurin Maren Ade ("Silberner Bär" für "Alle Anderen"), die erneut eine gute Wahl traf.

Frohgemut verlässt der Zuschauer nach dieser Offenbarung den Kinosaal: Denn einen Tag glücklich sein, dass kann doch nicht so schwer sein! Steigerung erlaubt.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Hedi Schneider steckt fest":