9. November 1989: Als die Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten fällt, treffen sich in einem Westberliner Hotel der Dirigent Hermann Simon und die Sängerin Clarissa Lichtblau wieder. Einst waren die beiden Künstler ein Liebespaar, dann jedoch hatten sich ihre Lebenswege - beide machten Karriere - getrennt. Im Wiedervereinungstaumel beschliessen sie schließlich, es noch einmal miteinander zu versuchen. So verlassen sie die feierende Metropole an der Spree und ziehen wieder in den kleinen Ort Schabbach in den Hunsrück. Dort richten sie sich ein altes Fachwerkhaus ein, in dem sie die ereignisreichen Neunzigerjahre des ausklingenden Jahrhunderts erleben.

Der im Hunsrück geborene Regisseur Edgar Reitz schrieb schon mit seinen vielfach preisgekönten Mehrteilern "Heimat" (1984) und "Die zweite Heimat" (1988) weltweit TV-Geschichte. Nun folgt mit "Heimat 3" der Abschluss seiner Trilogie, in dem Reitz das Zusammenwachsen der beiden deutschen Staaten thematisiert. Als Drehbuchautor verpflichtete er den in Ost-Berlin geborenen Thomas Brussig, der schon mit den Büchern zu "Sonnenallee" und "Helden wie wir" (beide 1999) zeigte, dass er die Lebensgeschichten der ostdeutschen Mitbürger, die hier einen großen Stellenwert einnehmen - authentisch wiederzugeben weiss. Das sechsteilige Drama lief allerdings nur in ausgesuchten Kinos, denn mit einer Laufzeit von elfeinhalb Stunden nötigt es dem Zuschauer enormes Sitzfleisch ab.

Foto: Kinowelt