Sonia ist Lehrerin an einer Problemschule in einer Pariser Vorstadt und Tag für Tag den Respektlosigkeiten und Demütigungen ihrer Schüler ausgesetzt. Als ihr der Revolver eines Schülers in die Hände fällt, wird sie unversehens selbst zur Geiselnehmerin der Klasse und fordert einen offiziellen Tag unter dem Motto "Heute trage ich Rock!" ...

Das Schulleben in Frankreich ist bis heute nicht mit dem in Deutschland vergleichbar. Während hierzulande der Dialog zwischen Lehrern und Schülern gefördert wird, halten Lehrer in Frankreich meist Monologe - die Schüler schreiben im Idealfall mit. Benehmen sie sich daneben, werden sie von den Lehrern kurzerhand vor die Tür gesetzt. Ähnlich wie bereits in Laurent Cantets gefeierten Drama "Die Klasse" (2008) trifft dies jedoch nicht auf die Schule zu, in der Jean-Paul Lilienfeld sein Gesellschaftsdrama nach eigenem Buch ansiedelte. In den hässlichen Vorstädten von Paris, denen Mehdi Charef bereits 1985 mit seinem Sozialdrama "Tee im Harem des Archimedes" ein filmisches Denkmal setzte, herrschen andere Sitten. Hier sind die Lehrer den Drangsalierungen ihrer Schüler hilflos ausgesetzt. Lilienfeld, der selbst in einem dieser Problemviertel aufwuchs, besetzte seine spannende psychologi­sche Studie zum größten Teil mit Laiendarstellern aus den Banlieues. In der Hauptrolle überzeugt die schöne Isabelle Adjani, die sich nicht länger von ihrer Klasse terrorisieren lassen will.

Foto: arte France/Jean-Marie Marion