Als Christian Barnard (1922-2001) in der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember 1967 das Herz von Denise Darvall in den Brustkorb von Louis Washkansky setzte, war er sich nicht einmal sicher, dass ihm tatsächlich die erste Herztransplantation der Welt gelingen würde. Barnard, Chirurg am Groote-Schur Hospital in Kapstadt, dachte, seine amerikanischen Rivalen seien schneller gewesen. Sie hatten über zehn Jahre medizinische Vorarbeit geleistet, Hunderte von Hundeherzen transplantiert. Aber nicht die Amerikaner, sondern Chris Barnard aus dem geächteten Südafrika hatte die Unsterblichkeit erreicht und zehrte nach einen kometenhaften Aufstieg in die Welt des Glamours und Jet Sets vom Ruhm der ersten Herztransplantation. Was allerdings zu diesem Zeitpunkt wegen der Apartheid-Politik Südafrikas niemand wissen durfte: Zum Gelingen der Operation hatte unter anderem auch der schwarze Südafrikaner Hamilton Naki (1926-2005) maßgeblich beigetragen. Er war ein Mann mit nur sechs Jahren Schulbildung, der sich vom Gärtner zum begabten Chirurgieassistenten hinaufgearbeitet hatte...

Das Dokumentarfilmer-Duo Werner Schweizer ("Von Werra") und Cristina Karrer erzählt hier die Geschichte des bis zum Tode von Barnard nahezu unbekannten Hamilton Naki, der später zu einer Leitfigur des neuen Südafrikas werden sollte. Nach der erfolgreichen Transplantation von 1967 arbeitete Naki weiter im Krankenhaus und unterrichtete die meisten jener 3000 Doktoranden, die aus aller Welt nach Kapstadt pilgerten, um sich in die Kunst der Organtransplantation einweihen zu lassen. Naki blieb Zeit seines Lebens bescheiden und wurde erst 2003 mit dem Ehrendoktor der Universität Kapstadt und dem südafrikanischen Verdienstkreuz ausgezeichnet.

Foto: Real Fiction Filmverleih