Paris 1975: Behütet wächst die 19-jährige Kunststudentin Lili in großbürgerlichen Verhältnissen bei ihrem in Scheidung lebenden Vater auf. Gelangweilt von ihrem Alltag und den Jungs ihrer Umgebung sehnt sich die junge Frau nach dem wirklichen Leben. Dann lernt sie in einer Bar Bada, den Sohn marokkanischer Einwanderer, kennen und verliebt sich in ihn. allerdings weiss sie nicht, dass er ein Bandit ist. Als Bada eines Nachts nach einem missglückten Banküberfall bei ihr Hilfe sucht, versteckt sie ihn und seinen Komplizen Alain ohne zu zögern in ihrem Zimmer. Schließlich fliehen sie zusammen mit Alains Freundin Joëlle über Spanien und Marokko nach Griechenland. Auf der Flucht vor der Polizei genießen sie das "süße Leben" und können ihre "Freiheit" gar nicht so richtig fassen. Doch das Verbrechen liegt wie ein Schatten über dem vermeintlichen Glück...

In "Hier und jetzt" konzentriert sich Regisseur Benoît Jacquot ganz auf die Seelenlandschaft seiner Protagonistin Lili, herausragend dargestellt von Isild Le Besco, die bereits in zwei Jacquot-Filmen mitwirkte ("Sade", "Marie und Freud"). Stets in Großaufnahmen und doch mit großer Diskretion beobachtet Jacquot sie mit einer Handkamera wie ein Seelenforscher auf der Suche nach dem Geheimnis, das diese Frau umgibt. "Hier und jetzt" basiert auf den Erinnerungen von Elisabeth Fanger, einer Frau aus gutem Hause, die in den Siebzigerjahren mit einem jungen Gangster durchbrannte. Durch eingeschnittenes Dokumentarmaterial bezieht Benoît Jacquot immer wieder den Alltag jener Zeit in seinen Film ein. Eine ergreifende Gangsterballade, die an Filme wie "Bonnie und Clyde", Godards "Elf Uhr nachts" und "Außer Atem" erinnert.