Der Dichter Hoffmann wartet in Luthers Weinkeller auf seine Geliebte Stella. Auf Wunsch der zechenden Studenten erzählt Hoffmann die fantastischen Geschichten seiner drei großen Liebeserlebisse, die vor den Augen der Zuhörer lebendig werden: Der geheimnisvolle Brillenmacher Coppelius und der Puppenhersteller Spalanzani haben die Wunderpuppe Olympia geschaffen. Durch die Gläser einer Zauberbrille nimmt Hoffmann die Puppe als hinreißend schönes, lebendes Wesen wahr. In Venedig trifft Hoffmann auf den Bösewicht Daperttuto, der sich der Verführungskünste der schönen Giulietta bedient, um ihren Liebhabern die Seele zu rauben. Aus Furcht davor, seine Tochter zu verlieren, die von ihrer Mutter nicht nur die Stimme, sondern auch die Schwindsucht geerbt hat, verbietet der Kapellmeister Crespel der hübschen Antonia das Singen und auch jeden Besuch. Hoffmann muss sich heimlich mit seiner Geliebten treffen ...

Wie zahlreiche andere Werke ist die Oper "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach unvollendet. Beim Tode des Komponisten 1880 lag nur der Klavierauszug mit einigen Instrumentationsangaben vor, was jeglicher Bearbeitung Tür und Tor öffnete. Selbst bei der Pariser Uraufführung 1881 gab es schon Streichungen und ungerechtfertigte Umstellungen. Die Berliner Komische Oper kann für sich in Anspruch nehmen, "Hoffmanns Erzählungen" bereits 1905 nahezu in Originalgestalt aufgeführt zu haben. Das Regie-Gespann Michael Powell und Emeric Pressburger machten daraus 1951 eine opulent gestaltete Traumoper mit brillanter Choreografie und fanatsievollem Bühnenbild. Noch einen Schritt weiter ging 1958 Walter Felsenstein. Er entwickelte eine Neufassung, die auf dem der Oper zugrunde liegenden Schauspiel basiert.

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