Ein Zen-Priester aus Fairfax, Kalifornien. Weise, verschmitzt und oft überraschend zornig: Edward Espe Brown. Neben seinen Meditations- und Kochkursen, die ihn durch die USA, aber auch durch Deutschland, Österreich, Spanien und England führten, lehrt Brown an den drei San Francisco Zen Zentren. Er ist ein weltweit geschätzter Lehrer, dessen reicher Erfahrungsschatz sich aus Zazen, Chi Gong und der Lehre "Berühren in Achtsamkeit" nährt. Darüber hinaus ist er Autor mehrerer Kochbücher, darunter die berühmten Tassajara Kochbücher. "The Tassajara Bread Book" basiert auf Browns Gedanken, dass ein gutes Brot mehr als Mehl, Wasser, Milch und Eier bedarf. Die achtsame und sorgsame Zubereitung des Brotteigs ist ebenso sehr von Bedeutung. In "The Tassajara Recipe Book" sammelt Brown die Rezepte aus der Küche des Tassajara Zen Zentrums, das auf eine mehr als 30-jährige Tradition zurückblickt. Mehr als 200 Rezepte, von der Vorspeise bis zum Dessert, lassen die besondere Aufmerksamkeit spüren, die Brown der Zubereitung von Speisen schenkt. Mit der bekannten Köchin Deborah Madison führte Edward Brown das legendäre "Greens"-Restaurant in San Francisco.

Regisseurin Doris Dörrie hat den Meister getroffen und er hat ihr aus seinem Leben berichtet. Die Filmemacherin war Gast bei seinen Lesungen, sie beobachtete den Meister als Küchenchef und Leiter von Kochkursen. Unter der Anleitung von Ed Brown geht es mehr als um bloße Nahrungsaufnahme. Kochen ist für ihn eine Form der Fürsorge, sich selbst und anderen gegenüber. Ohne Ed Brown und seine Arbeit zu verklären, versucht Dörrie, den magischen Moment festzuhalten, in dem die direkten und praktischen Hinweise Browns ihre philoso- phische Tiefe und Weisheit entfalten. Fragt sich nur, wer sich so etwas im Kino anschauen wird?

Foto: MFA