Am Ende des Jahres 1946, des ersten vollen Friedensjahres, ist in vielen kriegszerstörten europäischen Ländern kein Aufschwung in Sicht. Der Wiederaufbau verläuft äußerst schleppend. Ein trockener heißer Sommer hat dafür gesorgt, dass die Ernteerträge vielerorts selbst hinter den bescheidenen Erwartungen zurück geblieben sind. In Deutschland kämpfen vor allem die Bewohner der zerbombten Städte mit dem Hunger. Mehrere hunderttausend Menschen haben den Verlauf der Kälteperiode nicht überlebt, so schätzen heute Historiker.

Regisseur Gordian Maugg ("Denk ich an Deutschland in der Nacht", "Hans Warns - Mein 20. Jahrhundert") rückt hier die Not der Bevölkerung im Nachkriegsdeutschland in den Mittelpunkt seiner Arbeit, in der er exemplarisch sechs Einzelschicksale vorstellt. Die entbehrungsreiche Zeit von 1946 bis 1948 hat eine ganze Generation geprägt und selbst heute fällt es vielen Überlebenden schwer, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

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