Der 17-jährige Hubert verabscheut fast alles an seiner alleinerziehenden Mutter: ob den alten Pullover, die Kitsch-Deko in der Wohnung, die Krümel an ihren Lippen – Hubert hasst sie. Auch wenn es manchmal Momente mütterliche Wärme gibt, überwiegt bei ihm der Hass. Verwirrt von den eigenen Gefühlen findet Hubert nur bei einer Lehrerin und bei seinem Freund Antonin Verständnis. Dessen Zuhause erscheint Hubert bald wie ein Paralleluniversum ...

Regisseur Xavier Dolan schrieb als 17-Jähriger die Literaturvorlage zu seinem Drama selbst. So hat er, als Wunderkind verschrien, sein Filmdebüt nur zwei Jahre später inszeniert. Er taucht gekonnt in die Gedankenwelt seines Protagonisten, zeigt die Liebesbeziehung Huberts zu Antonin erfrischend selbstverständlich, fügte viele filmische Zitate ein, bedient sich unterschiedlicher filmischer Mittel und lässt etwa einen traumhaft-surrealen Moment mit einer Rückblende abwechseln. Wenn auch nicht alles gelungen ist und manches noch recht holprig ist, wirkt das Werk eines 19-Jährigen erstaunlich reif.



Foto: Kool