Nach drei Jahren Gefängnis kommt Madame Aldjéria (Biyouna, Foto) nach Hause und muss sich ihren gescheiterten Träumen stellen. Vor drei Jahren leitete sie eine Agentur, die in allerlei dunkle Geschäfte verstrickt war, sie aber reich machte. Doch ihr großer Traum, die Thermen von Caracalla zu kaufen und wieder aufzubauen, scheiterte ...

Regisseur Nadir Moknèche wurde zwar 1965 in Paris geboren, beide Elternteile stammten jedoch auch Algerien, wo Moknèche nach dem Tod seines Vaters bis zu seinem 16. Lebensjahr wohnte. Mit diesem Gesellschaftsdrama, das 2008 mit dem Lumiere Award als bester französischsprachiger Film ausgezeichnet wurde, tauchte er einmal mehr in das Alltagsleben Algeriens ein und zeichnet das Bild einer durch und durch korrupten Gesellschaft, die zudem zynisch und patriarchalisch erscheint. Hier bekommt jeder sein Fett weg, denn ob Sozialist, Nationalist und sogar Islamist, sie alle müssen irgendwann begreifen, das Zuhälterei, Bestechung und illegaler Erwerb von Staatseigentum kein Nährboden für einen gesunde Nation ist.

Foto: arte F/Films du Losange