Die UdSSR im Zweiten Weltkrieg, man schreibt das Jahr 1942: Die westliche Grenze des riesiges Reiches in von den Deutschen besetzt, nur einige Partisanen-Truppen leisten erbitteren Widerstand und fordern die Wehrmacht mit Sabotageakten immer wieder heraus. Als diese zurückschlägt und einige der Widerständler fasst und kurzerhand aufknüpft, wird nur der Eisenbahnarbeiter Sushenya verschont und in die Freiheit entlassen. Für seine Kameraden ist sofort klar, dass er mit dem Feind kollaboriert haben muss und beschließen, den vermeintlichen Verräter zu erschießen. Doch bevor das Urteil in einem abgelegnen Waldstück vollstreckt werden kann, wird das zweiköpfige Erschießungskommando überfallen …

In vielen Rückblenden und im langsamen Erzählrhythmus mit extrem langen Einstellungen inszenierte der aus Weißrussland stammende Regisseur Sergei Loznitsa ("Mein Glück") nach einer Novelle seines Landsmannes und Literaten Vassily Bykow (1924-2003) diese Geschichte um drei Männer, die durch besondere Umstände in eine schier ausweglose Situation geraten. Gänzlich ohne Musikuntermalung - nur die Naturgeräusche und spärliche Dialoge unterbrechen die Stille - zeigt Loznitsa, wie seine drei Protagonisten in eben diese Situation geraten konnten. Eine mystische Parabel um Krieg, Tod und Glauben, die sicher nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. "Im Nebel" war 2012 für die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes nominiert und gewann schließlich den Kritikerpreis.





Foto: Neue Visionen