Japan im Jahre 1895: Jeden Abend verwöhnt die junge, schöne Seki ihren Mann, den alternden Rikschafahrer Gisaburo. Sie badet und massiert ihn, reicht ihm den Trost spendenden Sake, bis er in allabendlicher Routine hinwegdämmert - und sie ebenso wach wie unbefriedigt neben ihm liegt. Dies ändert sich, als eines Tages der junge Soldat Toyoji im Dorf auftaucht, der eben aus der Armee entlassen wurde. Zwischen Seki und Toyoji entflammt eine heimliche, leidenschaftliche Affäre, die jedoch enthüllt zu werden droht, als Toyoji im Rausch des Liebesspiels Sekis Scham rasiert...

Mit seinem Film nach der literarischen Vorlage von Itoko Namura wendet sich Regisseur Nagisa Ôshima dem "Kaidan", der traditionellen japanischen Geistergeschichte zu. Dabei greift er zwei Jahre nach dem Skandal um "Im Reich der Sinne" auch die Thematik von Liebe, Lust und Tod wieder auf, setzt jedoch stilistisch und inhaltlich andere Akzente. Nagisa Ôshima zählt heute zu den wichtigsten Filmemachern Japans. Er setzt sich in seinen Werken sowohl mit der modernen japanischen Gesellschaft der Nachkriegszeit, als auch mit den traditionellen Konventionen und Tabus - insbesondere Sexualität und Gewalt - auseinander. Für "Im Reich der Leidenschaft" wurde er 1978 bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.